75 Jahre FF Berkum - berkum.de

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75 jähriges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr von Berkum
Festkomers am 07. Mai 2010

1.Vorab das Grußwort

Liebe Mitbürger/-innen, verehrte Gäste und Freunde, liebe Feuerwehrkameradinnen/-en.
Am 25. April 1935 kamen 30 Berkumer Bürger zusammen, um die damalige Pflichtfeuerwehr in eine freiwillige Feuerwehr umzugründen.
Seitdem steigen die Anforderungen an die Feuerwehrkameraden stetig und die zu erfüllenden Aufgaben und Pflichten werden immer komplexer. Dies erfordert einen immer größer werdenden Zeitaufwand, da die Kameraden entsprechend aus- und fortgebildet werden müssen. All das leisten die Kameradinnen und Kameraden mit Enthusiasmus und Engagement.

Für diesen selbstlosen Einsatz bedanke ich mich recht herzlich. In meinen Dank schließe ich auch die Familienangehörigen der Kameradinnen und Kameraden mit ein, ohne die die zu erbringende Leistung oftmals nicht möglich wäre.
Die Freiwillige Feuerwehr Berkum besteht zur Zeit aus 23 Aktiven und 53 Fördernden und Alterskameraden.

Ich wünsche der Freiwilligen Feuerwehr Berkum auch in Zukunft stete Einsatzbereitschaft. Mögen auch weiterhin immer genügend Bürgerinnen und Bürger bereit sein, freiwillige Pflichten zum Schutz und Wohle der dörflichen Gemeinschaft zu übernehmen.
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

Karl-Heinz Prange Ortsbrandmeister




2. Die Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Berkum


Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr in Berkum könnte die Frage auftauchen: Gibt es in Berkum erst seit fünfundsiebzig Jahre eine Feuerwehr? Sicher nicht, von der ersten Besiedelung an vor Tausend von Jahren waren Menschen bereit, sich für andere einzusetzen, und dazu gehörte auch die Hilfe in Zeiten der Not und Gefahr.

So wird es auch in unserem Berkum gewesen sein. Aus dem Jahre 1632 wird berichtet, dass bei starkem Winde ein gelegtes Feuer zwölf Häuser einäscherte, und mehr können es wohl kaum gewesen sein. Es war anfangs sicher die Pflicht eines jeden Bewohners, das Feuer zu löschen. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen Organisationsformen der Feuerbekämpfung auf, wie wir sie heute kennen.

Über die Geschichte der Feuerwehr in Berkum wissen wir vom Erzählen, und dieses Erinnern reicht bis in das letzte Jahrhundert.

Aus dem Geschehen unserer Berkumer Wehr in den zurückliegenden Jahren berichtet zunächst eine Niederschrift zum 40-jährigen Bestehen, aufgezeichnet von unserem ehemaligen Gemeindebrandmeister Otto Munzel am 26. April 1975:


In der Gemeinde Berkum, deren Einwohnerzahl vor dem 2. Weltkrieg gut 100 Personen betrug, und die vor der am 1. März 1974 erfolgten Eingliederung in die Stadt Peine mit zu den kleinsten Gemeinden im Landkreis Peine gehörte, bestand vor 1935 eine gesetzliche Pflichtfeuerwehr. Aus Gemeindeprotokollen der 20er Jahre des Jahrhunderts ist zu ersehen, dass einmal zu Beginn des Jahres in einer Gemeindeversammlung die Einteilung der Pflichtfeuerwehrmänner vorgenommen wurde.


Als Beispiel ein Auszug aus dem Protokoll über die Gemeindeversammlung am 21. Januar 1923:

Verhandelt wird heute über die Einteilung der Pflichtfeuerwehrmänner, und zwar folgendermaßen:

A)  
Brandmeister           W. Kolshorn
  Stellvertreter          
 Hr. Prange

C)   
Spritzenbedienung:
 1.   W. Krämer               
  2.   M Göllner               
  3.   W. Zentgraf            
  4.   A. Hussy                
  5.   Herb. Munzel          
  6.   Ad. Munzel             
7.   H. Assmann
8.   H. Bonse
9.   K. Ellermann
10.   A. Stahl
11.   L. Staab
12.   de Wall


E)
Wasserabteilung:    
 H. Krumwiede
                 R. Prange


B)
 Spritzenmeister          Fr. Evers
  Stellvertreter            E. Müller
  Rohrführer              W. Prange
  Stellvertreter            H. Prange

D)  
Steigerabteilung:    
            
D. Munzel   Nr. 13

  Obersteiger         
 
              D. Munzel   Nr. 10
                 K. Wenzel
                 L. Steinhäuser


Mannschaften nach Auswärts fahren:  
                Hr. Kolshorn

Ordnungsabteilung:         

                A. Brandes
                 A. Müller
                 Hr. Kolshorn
                 Hr. Munzel
                Hr. Frien

Anzahl der Mannschaften:         29


Gemeindevorsteher
              
  Orgelmann


Als 1935 der damalige Kreisfeuerwehrführer Otto Busse aus Soßmar in höherem Auftrag die Gemeinde besuchte, um die letzten Pflichtfeuerwehren in Freiwillige Feuerwehren umzuwandeln, kam er eines Tages auch nach Berkum.

Beim ersten Besuch gelang ihm sein Vorhaben noch nicht, aber beim zweiten Besuch am 25. April 1935 fanden sich folgende Männer bereit, die Wehr auf freiwilliger Grundlage aufzubauen:

1.)

Munzel, Otto

16.)

Borris, Fritz

2.)

Munzel, Adalbert

17.)

Gericke, Fritz

3.)

Kolshorn, Heinrich

18.)

Rösemann, Heinrich

4.)

Seggelke, Hermann   

19.)

Uttikal, Curt

5.)

Prange, Willi

20.)

Bettau, Herbert

6.)

Brandes, Heinrich

21.)

Orgelmann, Hermann

7.)

Coordes, Ibo

22.)

Oehlmann, Willi

8.)

Jörns, Bernhard

23.)

Brandes, Heinrich

9.)

Uttikal, Adem

24.)

Dickneite, Heinrich

10.)

Illge, Otto   

25.)

Müller, Erwin

11.)

Ellermann, Karl      

26.)

de Wall, Heinrich

12.)

Stahl, Fritz   

27.)

Göllner, Markus

13.)

Brackmann, Heinrich

28.)

Prande, Rudolf

14.)

Kolshorn, Willi

29.)

Aldag, Gustav

15.)

Krumwiede, Herbert

30.)

Müller, Wilhelm


Nach Kriegsende stellten sich neue Schwierigkeiten ein.
Die Gründer der Wehr waren inzwischen 10 Jahre älter geworden und es musste versucht werden, die Jugend für unsere Sache zu interessieren. Der Zufall kam zu Hilfe.
Die einrückenden Besatzungstruppen hatten eine 800 l Kraftspritze mit Schlauchmaterial in unserer Gemarkung abgeladen und als überflüssig liegen lassen. Das Gerät wurde im Triumph eingeholt und bei uns sichergestellt. Nach Meldung bei der Kreisverwaltung teilte diese die Kraftspritze für eine niedrige Gebühr der Gemeinde Berkum für ihre Feuerwehr zu.
Das Interesse bei der Jugend wuchs und steigerte sich, als die Feuerwehrwettkämpfe eingeführt wurden. Der Kamerad Gustav Dröse, der als Kriegsteilnehmer heimgekehrt war, erklärte sich bereit, als Gruppenführer die Ausbildung der Gruppe zu übernehmen.
Unter der dankenswerten Mithilfe der Wettkampfgruppe der Werksfeuerwehr des Peiner Walzwerkes unter ihrem Gruppenführer Jochen Schrader gelang es ihm, eine wettkampffähige Gruppe von jüngeren Kameraden aufzustellen und auszubilden.


1952 war die Gruppe soweit ausgebildet, dass sie es wagen konnte, zum ersten Mal an den Wettkämpfen teilzunehmen. Sie belegte wider Erwarten und zur Freude der ganzen Wehr bei den Unterkreis-Ausscheidungswettkämpfen in Klein Solschen den 1. Platz. Das war ein schöner Erfolg. Der Ehrgeiz war geweckt und die Ausbildung wurde verstärkt betrieben.

In den nächsten Jahren konnte die Gruppe, bedingt durch unglückliche Fehler und weil auch die verschärften Bestimmungen der Wettkampfleitung immer höhere Anforderungen an den Ausbildungsstand der Feuerwehrmänner stellten, keine nennenswerten Erfolge erzielen. Trotzdem wurde weiter unverdrossen an der Ausbildung gearbeitet.

1957 gelang der große Wurf. Die Gruppe ging als Sieger aus den Unterkreiswettkämpfen in Schwicheldt am 23.06.1957 hervor, kam am 05.08.1957 in den Kreisentscheid in Peine, belegte hier wieder den 1. Platz und qualifizierte sich dadurch für den Regierungswettkampf, der am 12.09.1957 in Peine ausgetragen wurde, und sicherte sich hier den 1. Platz.


Zum dritten Mal wurde die Gruppe in diesem Jahr Sieger und brachte den Wanderpreis des Regierungspräsidenten in Hildesheim mit nach Haus. Das war ein stolzer Erfolg.


Die Männer, die diese hervorragende Leistung vollbrachten, haben es wohl verdient, dass ihre Namen nicht vergessen werden. Sie werden wie folgt aufgezeichnet:

1.)

Gustav Dröse

Gruppenführer

2.)

Herbert Brandes

Maschinist

3.)

Heinz Coordes

Melder

4.)

Albert Schaber

 

5.)

Werner Dickneite

 

6.)

Helmut Stahl

 

7.)

Eckhardt Hoffmann

 

8.)

Siegfried Kruse

 

9.)

Günter Klose

 


1958    nahm die Gruppe am Regierungswettkampf in Stadtoldendorf teil.
Sie belegte den 11. Platz und gab daher den Wanderpreis an den damaligen Sieger ab.

1965    Teilnahme am Regierungswettkampf in Holzminden
Ergebnis:            11. Platz

1972    Teilnahme am Regierungswettkampf in Göttingen
Ergebnis:            6. Platz

Die Gruppe war seit 1952 an allen angeordneten Wettkämpfen beteiligt und hat einen guten Ausbildungsstand erreicht.

Zurzeit haben wir 7 AGT Träger, zwei davon noch zusätzlich CSA.
Auch wird die Fachgruppe Kommunikation von einem Kameraden unterstützt.

 
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